Lost Places – Zeitreise-Abenteuer in Berlin

Scherben, Staub und Dreck haben in dieser Zeit eine erschreckend große Anziehung auf junge Leute – ganz zur Verwunderung der städtischen Behörden. Hinter dieser Faszination stecken sogenannte „Lost Places“. Baufällige Ruinen aus vergangenen Jahren, die heute ihre ganz eigene Geschichte erzählen. Wir erklären den Hype, um den nicht ganz ungefährlichen Trend und mit welchen Hindernissen und Regeln er verbunden ist. Für alle unerschrockenen Entdecker gibt’s obendrein noch Inspiration.

Schon seit längerer Zeit machen sich Menschen auf, um verborgene und verlassene Orte zu erkunden, die in Vergessenheit geraten sind. Beim „Urban Exploring“ geht es darum, Gebäude und Grundstücke zu besichtigen, die ihre besten Jahre längst hinter sich haben. Sie sind in der Regel stillgelegt und in vielen Fällen baufällig.

Der Reiz für viele Entdecker liegt im Verbotenen. Die Lost Places sind oftmals schwer zugänglich. Der Zutritt ist entweder untersagt oder durch Zäune und Absperrungen verhindert. Hinzu kommt: Die Lost Places sind nicht ganz einfach zu finden. Auf die Entdecker wartet neben dem Abenteuer ein menschenleerer Ort, der seine eigene Geschichte erzählt. Die Ruinen und Hinterlassenschaften geben Anreiz zum Rätseln und Staunen. In jedem Lost Place steckt eine Vergangenheit, ein Stück Nostalgie und Charme.

Jeder dieser Orte hatte seine Daseinsberechtigung, zumindest für eine gewisse Zeit. Dann wurden sie sich selbst überlassen. Und heute können wir dabei zusehen, wie die Natur sich Zentimeter für Zentimeter der Lost Places zurückergattert.

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Warnung: Unerlaubtes Eindringen kann eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs nachsichziehen. Auch das Beschädigen von Eigentum ist strafbar. Informiere dich vorher, ob Führungen angeboten werden oder ob ein Lost Place frei zugänglich ist. Viele Orte sind baufällig und marode. Sie sind zu deiner eigenen Sicherheit abgesperrt, denn hier besteht Einsturz- oder Verletzungsgefahr. Hinterlasse einen Lost Place so, wie du ihn vorgefunden hast und informiere dich vorab ausgiebig über diesen Ort, um Risiken zu minimieren. Desweiteren bitten wir dich, keine schlecht produzierten Deutschrap-Videos zu drehen. Davon gibt es bereits genug. Tu nichts, was wir von Pinkbus nicht auch tun würden

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Für alle Leser, deren Interesse wir nun geweckt haben – hier ein paar Inspirationen für Lost-Places-Besuche rund um Berlin:

Olympisches Dorf von 1936

Hier wohnten während der olympischen Spielen unter dem Naziregime rund 3600 Athleten. Das gesamte Gelände wurde rund um die Uhr von der Gestapo überwacht. Heute gibt es hier nur noch Ruinen, die unter Denkmalschutz stehen.

Das Ballhaus Rivera

Das imposante Ballhaus musste 1991 schließen. Heute bröckelt der Putz von der Decke und die vergangene Schönheit lässt sich nur noch erahnen. Das Gelände wurde verkauft, steht aber bis heute still.

Beelitz Heilstätten

Dieser riesige Krankenhauskomplex war ursprünglich eine Tuberkuloseklinik. In Kriegszeiten diente es als Lazarett und Sanatorium. Das Gelände wird heute wieder mit Wohnhäusern bebaut.

Alte Eisfabrik

1893 wurde diese Fabrik zur Herstellung von künstlichem Eis errichtet. Das Gebäude weist unter anderem Zerstörungen aus dem zweiten Weltkrieg sowie Brandbeschädigungen aus den 1990ern auf. Heute verwildert die Fabrik, die mittlerweile unter Denkmalschutz steht.

Spreepark Plänterwald

In diesem ehemaligen DDR-Freizeitpark steht die Zeit still. Er wurde 1960 eröffnet und nach einigen Umgestaltungen und Besitzerwechseln 2002 endgültig geschlossen. Für die Zukunft sind hier Restaurationen geplant, daher ist das Gelände überwacht. Allerdings werden Führungen angeboten.

Blub – Berliner Luft- und Badeparadies

Das riesige und beliebte Freizeitbad in Berlin musste ab 1999 mehrfach schließen. Man munkelt aufgrund von Gefahrenstellen und mangelnder Hygiene. 2003 meldete der Besitzer Insolvenz an. 2013 kam es auf dem leerstehenden Gelände zu einem Großbrand. Warnung: Dieser Lost Place ist einsturzgefährdet!

Natur-Park Südgelände Schöneberg

In diesem Park kommen Naturschutz und Kunstprojekt zusammen. In diesem 18 Hektar großen Gebiet versteckt sich ein alter Rangierbahnhof samt Gleisstruktur. Die alten Relikte sind künstlerisch in die eindrucksvolle Natur eingearbeitet. Dieser Ort bietet eine für Berlin untypische und vielfältige Flora und Fauna.

Ehemaliges Institut für Anatomie der FU Berlin

Dieser Lost Place sorgt für Gruselstimmung. Neben Hörsälen und Laboren findet man noch heute in den Kellerräumen Kühlkammern und Seziertische, die an Horrorfilme erinnern. Das Institut ist seit 2005 geschlossen, noch ist man sich über seine Zukunft unklar.

Alte irakische Botschaft

In der geplünderten Botschaft reihen sich Akten an Ordner und Schreibmaschinen an Papiermüll. 1991 während des Irakkriegs wurde das Gebäude schlagartig geräumt. Es sieht so aus, als wäre über Nacht sämtliches Leben verschwunden und zurück blieb das pure Chaos. Hier kam es bereits zu Plünderungen und Brandstiftung. Der Zutritt ist verboten.

Abhörstation auf dem Teufelsberg

Im zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil Berliner Gebäude zerstört. Der Schutt aus der Trümmermenge wurde aufgehäuft und ist als Teufelsberg bekannt. In den 1960er Jahren installierten die Alliierten hier eine Spionageanlage. Heute ziert Graffitikunst diesen Lost Place. Historische Führungen sowie stille Begehungen sind möglich.

Stadtbad Lichtenberg

Das Stadtbad Lichtenberg war einst eine moderne Einrichtung und das städtische Volksbad der Berliner. Neben großen Becken gab es Sauna- und Dampfbadbereiche. Das Bad wurde im zweiten Weltkrieg beschädigt und musste in den 1990ern wegen Baumängeln schließen. Heute steht es unter Denkmalschutz.

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Wir wünschen allen Urban Explorern viel Spaß bei aufregenden Abenteuern und Zeitreisen in die Vergangenheit von Berlin. Behandelt die Lost Places mit Respekt und achtet auf eure eigene Sicherheit!

Euer Pinkbus-Team